
Bad Kissingen (Bayern) – Um 12.52 Uhr ließen die Träger den ersten Sarg mit der Leiche von Dina (†19) ins Grab hinab, kurz darauf fand ihre Schwester Adelina (†16) ihre ewige Ruhe auf dem Bergfriedhof von Wildflecken.
Sechs Tage nach dem tragischen Unfall auf einer nahegelegenen Staatsstraße nahmen ihre Eltern und die fünf Geschwister am Samstag Abschied in Bayern.
„Die Hoffnung, uns wiederzusehen, ist wie ein Fels, an den wir uns klammern“, hatte Lidia (50) und ihr Mann Andreas Wetzel (52) zuvor zu BILD gesagt. Sie gehören der Baptisten-Gemeinde an, stellten sich vor der Beisetzung mit ihren Söhnen Stefan (20), Josef (17), Michael (14), Filipp (12) tapfer neben die weißen Särge ihrer Töchter.
„Ob wir nun leben oder sterben, wir gehören dem Herrn“, ließen sie auf das Sterbebild drucken, das Dina und Adelina eng umschlungen zeigt.
Auch der mit der Familie befreundete Seelsorger Leonid erinnerte an das christliche Engagement der beiden Schwestern: „Als ihre Lebensaufgabe sah Dina, über Jesus Christus zu erzählen … Am 9. November war Adelina wie so oft mit ihrer Schwester unterwegs.“
Schwestern wollten zum Gottesdienst
Sie wollten zu einem Erntedankgottesdienst bei Heilbronn. Dann riss sie der Unfall aus dem Leben. Ein Mercedes-Fahrer krachte in ihren Mazda: „Es kam zu einem Verkehrsunfall, bei dem der liebe Gott ihnen langes Leid ersparte und sie mit in den Himmel heimnahm.“
Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Wildflecken, die am Sonntag gegen 8 Uhr als erste an der Unfallstelle eintrafen, waren auch auf dem Friedhof vollzählig angetreten. Zuvor hatten sie Straßen gesperrt und für die Trauergemeinde Bänke aufgestellt. Gäste kamen auch aus NRW, wo Dina und Adelina geboren wurden, aus England, der Türkei und der Ukraine.
Geld für Beerdigung wurde gesammelt
Der Prediger schloss den Unfallverursacher in seine Gebete mit ein und wünschte ihm, dass auch er Trost finden möge. Mit einer Spendenaktion hatten Freunde der Familie binnen weniger Tage über 80.000 Euro für die Begräbniskosten gesammelt.
„Wir sind allen Menschen sehr dankbar, die an uns denken, die an der Unfallstelle geholfen und uns beigestanden haben“, sagte Mutter Lidia im BILD-Gespräch. „Uns hilft die Gewissheit: Adelina und Dina sind nun an einem besseren Ort vereint.“