
Traumatische Extremsituation: Kommandant David Vocat spricht über den Feuerwehr-Einsatz in der Neujahrsnacht bei der Katastrophe in Crans-Montana.

Die Brandkatastrophe in der Bar «Le Constellation» hat nebst den Opfern und ihren Angehörigen auch Einsatzkräfte tief erschüttert. Die Rettungskräfte vor Ort waren teilweise stark überfordert.
Gegenüber der Walliser Zeitung «Le Nouvelliste» spricht Feuerwehrkommandant David Vocat über den Einsatz.
Bei der Brandkatastrophe in Crans-Montana waren 17 Feuerwehrleute des Feuerwehr- und Rettungszentrums CSI im Einsatz. – keystone
Feuerwehrkommandant David Vocat spricht nun über den Einsatz. – RTS
Vocat beschreibt den Einsatz als «traumatische Extremsituation» – keystone
Einige der freiwilligen Feuerwehrleute, die in der Neujahrsnacht im Einsatz waren, wollen ihren Dienst abgeben. – keystone
Er beschreibt den Einsatz als «traumatische Extremsituation». Trotz einer gut funktionierenden Rettungskette waren laut Vocat viele Helfer emotional völlig überfordert. Einige freiwillige Feuerwehrleute hätten nach dem Einsatz angekündigt, ihren Dienst aufgeben zu wollen.
Um 01:35 Uhr erreicht Vocat in der Katastrophen-Nacht der Alarm: Ein Brand, begleitet von der Information über eine Explosion. Die Meldung habe ihn dazu veranlasst, «sofort zusätzliche Helikopter anzufordern».
Zeitgleich habe der Kommandant den Ausrückbefehl für die Feuerwehr organisiert. Insgesamt 17 Feuerwehrleute des Feuerwehr- und Rettungszentrums CSI waren in der Neujahrsnacht im Einsatz. Weitere freiwillige Einsatzkräfte und Unterstützung aus Sitten, Siders und dem Vallon seien dazugekommen.
Das Feuer war beim Eintreffen der Feuerwehr laut Vocat nicht mehr sichtbar. Der Grund dafür sei der sogenannte Flashover, eine «Entzündung der Rauchgase». Der Feuerwehrkommandant erklärt: «Das passiert sehr schnell, sehr intensiv – und dann hört es auf.»
Er beschreibt die Situation als Szene von komplettem Chaos: «Ich habe Menschen gesehen, die verbrannt waren, die herumliefen und schrien, man müsse hier oder dort helfen», so Vocat.
Obwohl man auf solche Ereignisse nicht vorbereitet sein könne, lobt er die Zusammenarbeit mit Polizei, Rettungsdiensten, Spitälern und politischen Behörden. «Die grosse Familie der Rettungskräfte hat eine enorme Arbeit geleistet», sagt er gegenüber der Zeitung.
Viele der Einsatzkräfte waren freiwillig engagiert. «Viele glauben, wir seien alle Profis. Das ist nicht so. Die Leute machen das, um anderen zu helfen», so Vocat.
Mehrere Angehörige der CSI hätten ihm mitgeteilt, nicht mehr weitermachen zu wollen. Auch Vocat selbst stellt seine Zukunft infrage: «Ich weiss nicht, ob ich weitermachen kann», sagt er.