
Kürten (Nordrhein-Westfalen) – Der Start ins neue Jahr ist spiegelglatt: Bei Winterwetter kam es in ganz Deutschland zu zahlreichen Unfällen. Und es soll weiter schneien. In Kürten (NRW) rutschte sogar ein Linienbus einen Hang hinunter. Die Bergung ist kompliziert.
Gegen 7.50 Uhr war der Bus auf der Bergstraße in Kürten (Rheinisch-Bergischer Kreis) in Nordrhein-Westfalen ins Rutschen gekommen, nachdem er gegen einen Bordstein geprallt war. Das Fahrzeug kippte und kam erst unterhalb der Böschung an einem Restaurant auf dem Dach zum Liegen. Der Busfahrer (47) wurde bei dem Unfall schwer verletzt, zwei Fahrgäste (17, 46) leicht. Die Kältewelle ist da!
Laut Deutschem Wetterdienst sorgt ein Sturmtief mit Kern in Gotland (Ostsee) weiter für Schnee mit Verwehungen und mäßigem Frost. Bei starkem Wind gibt es unbeständiges Winterwetter mit Orkanböen und Schneechaos. Das Wetter wirbelt Deutschland durch.
Der angekündigte Wintereinbruch legt jetzt voll los. Sogar vor Whiteout-Gefahr wurde gewarnt. In Niedersachsen und Schleswig-Holstein drohen Sturmböen. Nasser Schnee, Schneematsch und gefrierende Nässe machen spiegelglatte Straßen bis in tiefe Lagen möglich.
Auch im Rest des Landes kam es durch das Wetter zu zahlreichen Unfällen. Gegen 6 Uhr stürzte am Freitag ein Lastwagen bei Schneeglätte um und fing auf der A66 Fulda Richtung Frankfurt bei Schlüchtern-Nord Feuer. Wegen der Löscharbeiten musste die Autobahn teilweise voll gesperrt werden. Zwei Kilometer Stau im Berufsverkehr waren die Folge. Der Fahrer wurde leicht verletzt in ein nahes Krankenhaus gebracht.
In Hamburg wurde die Köhlbrandbrücke nach starken Schneefällen voll gesperrt. Und in Hamburg-Jenfeld verunglückte ein Streifenwagen an einer Kreuzung. Ein Mensch wurde bei dem Unfall leicht verletzt.
Auf der B404 im Sachsenwald (Schleswig-Holstein) kam ein Linienbus mit dem hinteren Fahrzeugteil bei Glatteis ins Schleudern und rutschte in einen Graben. Auch dort ist die Bergung schwierig.
Ein Lkw fuhr auf der B194 gegen einen Baum: Der Fahrer war bei Wittenhagen (Landkreis Vorpommern-Rügen) auf der rutschigen Strecke nach rechts von der Fahrbahn abgekommen. Er wurde schwer verletzt. In Niedersachsen gab es auf der A27 bei Bremen am Freitagmorgen rund ein Dutzend Unfälle. Ursache waren meist zu schnelles Fahren und hektische Lenkmanöver.
Die Polizei appelliert deshalb besonders im Winter: „In bestimmten Fällen kann es notwendig sein, sehr viel langsamer als die erlaubte Geschwindigkeit zu fahren“, hieß es. Die Beamten empfehlen, auf ausreichend Abstand zu achten und sich nicht auf Assistenzsysteme zu verlassen.
Auch am Wochenende soll es weiter schneien. Der Schnee kann bis ins Flachland fallen. Bei Temperaturen um den Nullpunkt verwandelt die gefrierende Nässe die Straßen über Nacht schnell in Rutschbahnen.