
Verspätungen und Ausfälle vor allem auf den Linien ins Weinviertel häufen sich derzeit in Niederösterreich, wie die steigende Zahl der Einträge in „Pendler-Hilfsforen“ zeigt. Und bald folgt die nächste Hiobsbotschaft: Ein „Tag-Nacht-Schichtwechsel“ bei Wartungsarbeiten bringt neue Sperren.
„Da Züge über Nacht nicht wachsen, stellt euch morgen auf einen Kurzzug ein.“ – Schon jetzt nutzen Pendler soziale Medien für Tipps. Der Sarkasmus in den Postings zeugt von Hoffnungslosigkeit – und der nächste Pendlerfrust ist schon vorprogrammiert: Zweimal pro Monat sollen einige von 15 Bahnabschnitten gesperrt werden, ist Verkehrslandesrat Udo Landbauer erzürnt.
Grund seien Sparmaßnahmen: Die ÖBB verlegen mit dem neuen Fahrplan im Dezember nämlich regelmäßige Wartungen von der Nacht in den Tag. Dadurch seien viele „Anpassungen“ im Regionalbusverkehr notwendig, heißt es.
In Online-Foren äußern Pendler Frust: Zweifel an künftigen Investitionen
„Das wird heftig – vor allem, weil die Strecken ja regelmäßig instand gesetzt werden müssen. Es wird hier wohl in weiterer Zukunft nichts besser werden“, mutmaßt Karl Mechtler von der Pendlerinitative Ladendorf, der in einem Internetforum federführend ist.
Eine unzumutbare Beeinträchtigung am Rücken fleißiger Steuerzahler. Das trifft Tausende Pendler und Schüler.
„Wenn nicht einmal Geld für Nachtzulagen da ist, sieht es allgemein schlecht aus“, glaubt ein Online-Kollege eines anderen Internetforums, dass „auch bei Ausbauprojekten die Weichen aus Finanzgründen neu gestellt werden könnten“. Schon jetzt sorgen zusätzlich überfüllte Kurzzüge für Verspätungen, da es an jeder Station dadurch längere Aufenthalte gibt.
ÖBB: „Sperren-Sperre“ zu den Stoßzeiten, zur Sparsamkeit verpflichtet
Seitens der ÖBB wird argumentiert, man habe sich – als Beitrag zur Budgetkonsolidierung – zu einem sparsamen und zweckmäßigen Umgang mit Steuergeld verpflichtet. Zudem würden Sperren nicht in Zeiten des Berufsverkehrs fallen, heißt es. Was sich angesichts von Verspätungen und Ausfällen zeitlich durchaus auch mal egalisieren könnte …