
Wochenlang sahen Millionen Zuschauer sie im Fernsehen, lächelnd, hoffnungsvoll, scheinbar sicher in dem, was sie tat. Doch jetzt, kurz nach Weihnachten, ist für Michaela Pol aus Meuscheit der Moment gekommen, die Wahrheit auszusprechen. Was wie ein romantisches TV Abenteuer begann, wurde für sie zu einer emotionalen Achterbahnfahrt und vieles davon blieb bisher im Verborgenen. Bis kurz vor Weihnachten lief die 21. Staffel von Bauer sucht Frau bei RTL mittendrin Michaela, damals noch 35 Jahre alt, Soldatin auf Zeit und
nebenbei Bäckereifachverkäuferin. Keine typische Reality Kandidatin, kein TVPI, sondern eine Frau vom Land, die auf der Suche nach echtem Glück war. Meine Freundinnen haben mich dazu überredet, erzählt sie heute, die Sendung laufe schließlich seit über 20 Jahren. Also habe ich es einfach gemacht. Der Grund für ihre Teilnahme war ernst. In ihrem Beruf als Soldatin sei es extrem schwer, einen Partner zu finden. Beziehungen unter Kollegen, kaum möglich. Dazu kamen schlechte Erfahrungen aus der Vergangenheit.
Michaela wusste genau, was sie wollte. Einen Mann vom Land, der anpacken kann, der keine Angst vor Dreck hat, jemand, der zu ihrem Leben mit Pferden, Katzen und Verantwortung passt. Doch was dann folgte, war härter, als sie es sich je vorgestellt hatte. Schon der erste Drehtag wurde zur Belastungsprobe. Kein Drehbuch, kein Ablauf, dafür Kameras von morgens bis kurz vor Mitternacht. “Ich war völlig fertig”, sagt Michael rückblickend. “Jeder Schritt, jedes Wort, jeder Blick musste plötzlich bedacht werden. Für
eine Frau, die nie vor der Kamera stand, ein enormer Druck. Ich habe mich an meiner Cola festgehalten, um überhaupt durchzuhalten. Am Pfingstmontag sah sie die Vorstellung der Bauern und schrieb Bauer Thomas aus dem Erzgebirge einen Brief. Mit Erfolg erlut sie auf seinen Biobauernhof in Sachsen ein, eine Woche, die alles verändern sollte. Anfangs war die Situation angespannt. Fremde Umgebung, fremde Regeln und dann auch noch Konkurrentin Sandra auf dem Hof. Als Thomas sich am zweiten Tag für Michaela entschied, war die
Erleichterung groß. Doch mit der Entscheidung begann auch eine dunkle Seite der Öffentlichkeit, denn plötzlich prasselten Kommentare auf sie ein. Heme, Kritik, teils drastische Worte in sozialen Medien. Michaela deutet an, wie sehr sie das belastet hat. Was im Fernsehen romantisch wirkte, hatte im echten Leben Konsequenzen. “Das war nicht leicht”, sagt sie heute offen. Trotzdem versuchte sie das Beste daraus zu machen. Sie krempelte den Haushalt um, fuhr mit Thomas einkaufen, packte mit an. Holz hacken, Traktor fahren,
Landwirtschaft leben. Es machte ihr Spaß und ja, zunächst entwickelte sich tatsächlich eine Beziehung. Heimlich trafen sie sich. Sogar Besuche in Hessen fanden statt, verborgen vor der Öffentlichkeit, weil die Sendung noch lief. Doch nach knapp dre Monaten kam die Ernüchterung. Die Gefühle entwickelten sich nicht weiter. Vor allem eines wog schwer, das Gefühl mit den negativen Reaktionen und dem öffentlichen Druck alleinelassen zu sein. Das hat eine Rolle gespielt, gibt Michaela heute zu. Es war der Punkt, an
dem sie merkte, dass diese Beziehung keine Zukunft hatte. Jetzt an Weihnachten blickt sie zurück, nüchtern, ehrlich, ohne Groll. Sie spricht von einer intensiven Erfahrung, von schönen Momenten, aber auch von Enttäuschung. “Ich wünsche Thomas nur das Beste”, sagt sie. “Der Kontakt sei bis heute freundschaftlich. Diese Offenheit überrascht viele Fans, denn Michaela zeigt, Bauer suchtfrau ist kein Märchen. Es ist Realität mit echten Menschen, echten Gefühlen und echten Verletzungen.
Ihre Geschichte ist keine Liebesgeschichte mit Happy End, sondern eine Wahrheit, die lange unausgesprochen blieb. Jetzt hat sie sie erzählt und genau das macht sie so bewegend. M.